Das Stadion

Im Stadion erklingt folgende Musik.

Das Leben ist ein Stadion.
Du sitzt auf der Tribühne, da kommt es schon.
Rennt an dir vorbei. Auf der immer grünen Bahn.
Und du sitzt da. Weißt schon gar nicht mehr wie lange.
Aber das Leben rennt. Im Kreis. Immer und immer wieder.
Alle paar Minuten kommt es an dir vorbei. Dann spürst du es.
Seinen Luftzug. Seine Energie. Zumindest meistens.
An guten Tagen schafft es mehrere Runden. Dann winkst du ihm.
Bist stolz. An anderen Tagen, da kränkelt es. Schleppt sich nur mühsam an dir vorbei. Dann schaust du beschämt zu Boden. Im Stadion.

Vor dem Stadion steht ein alter Mann. Er wundert sich über die zwei skurillen Gestalten dort im Stadion.
Der eine läuft. Gibt nie auf. Gibt alles.
Der andere sitzt auf der Tribühne. Stumm und blass im Gesicht.
Der alte Mann wird nachdenklich. Glaubt das Stadion auch zu kennen.
Erinnert sich an seine Jugend. Seine Kindheit. An den Ausweg.
Er betritt das Stadion, schreitet langsam über das immergrüne Feld
und nähert sich der Gestalt auf der Bühne. Setzt sich neben ihn.

“Lauf! Lauf mit. Dein Leben hält nicht an. Egal, wie schnell es läuft, es läuft weiter und gibt nicht auf.
Denn das Leben ist ein Kämpfer und es will von dir mit Kraft gefüllt werden. Angefeuert werden.”

Dann verlässt der Mann ihn wieder. Im Stadion – immernoch zwei skurille Gestalten. Doch nun laufen beide. Richtung Ausgang.
Das Leben ist ein Parkour und das Stadion nur eine Station davon.

via [http://www.flickr.com/photos/renneville/3079216299/]

Ein Blick in die Seele

Ein Blick in die Seele,
Einblick in’s Gestrüpp,
der Gefühle und Wege,
die rege bewegen,
was das Herz so entzückt.

Ein Blick durch das Fenster,
ein Einfall von Geist,
ein Fall in das Treiben,
was uns täglich neu speist.

Ein Blick in die Seele,
ein Auge das reicht,
eins geöffnet,
eins geschlossen,
nicht jeder sieht was dort laicht.

Dort in euch drinnen,
da wächst es und keimt,
das Leben – über welches,
schon Goethe gereimt.

“Greift nur hinein ins volle Menschenleben!
Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt,
und wo Ihr’s packt, da ist’s interessant.”

Johann Wolfgang von Goethe

via [http://www.flickr.com/photos/stephenpoff/2874657376/]