Wer bist du?

Viele haben dich
und schätzen dich sehr.
Und die, die dich missen,
haben’s meist ziemlich schwer.

Fast alle wollen dich
und wer dich nicht will,
hat sich aufgegeben,
hält bedingungslos still.

Man kann dich nicht sehen,
noch kann man dich greifen.
Doch kann man dich spüren
und dein Gedanke muss reifen.

Du schufst Kriege und Elend,
warst nicht immer dran Schuld,
dein Verlust ist sehr quälend,
der Kampf für dich – fast Kult.

Freiheit – wer bist du?

via [http://www.flickr.com/photos/hermes-/2108546198/]

Eine Hülle für dich

Ein Platz, eine Hülle,
die halt’ ich bereit.
Viel Mut und auch Wille,
für einen Anfang zu zweit.

All’ das will ich geben,
all’ das nur für dich.
Will jetzt mit dir leben,
füllst du diese Hülle –
füllst du sie für mich?

Mit dir will ich teilen,
was mir so gefällt,
die Sterne, den Himmel,
die Wärme, die Welt.

Und bist du mal traurig,
dann kommst du zu mir.
Meine Hülle schenkt Hoffnung
und gehört doch nur dir.

Drum frag’ ich noch einmal,
dieser Platz ist noch frei,
die Hülle ist deine,
wann kommst du vorbei?

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Gestrandet

Bin gestrandet auf einer Sandbank.

Zwischen Arbeit und Freizeit,
zwischen Glück und Unglück.
Zwischen Käfig und Freiheit,
bitte holt mich zurück.

Ein Lüftchen, das weht zwar,
doch reicht es nicht aus,
brauch’ Antrieb, brauch’ Hilfe,
sonst komm’ ich nicht raus.

Bin gestrandet, wer hört mich?
Check over and out!
brauch’ Hilfe, brauch’ Antrieb,
los rette mich, wer sich traut.

via [http://www.flickr.com/photos/arnar/148116972/]

Pssst!

Pssst! Sag sowas nicht!

Wieso nicht? Warum darf ich das nicht sagen?

Es geht nich um das gesprochene Wort, es geht um die Gedanken an sich. Ich könnte auch sagen – denk so etwas nicht!

Aber es sind doch meine Gedanken, meine Hirngespinste. Was ist richtig? Was ist falsch? Und wer sagt mir, dass mein Gegenüber Recht hat? Wer weiß das? Wer kann das überhaupt wissen? Und wer hat überhaupt das Recht über richtig und falsch von Gedanken zu urteilen?

Warum so schweigsam? Keine Argumente mehr? Siehst du, ich habe Recht!

Ungeduldig ist er, aber hat er deshalb Recht? Über richtig und falsch anderer Leute Gedanken zu entscheiden, das kann er nicht, denn sie entstehen in Köpfen anderer.
Und solange sie dort sind, in Form von Gedanken und Träumereien, solange hat niemand das Recht darüber zu Urteilen. Viele von ihnen sind noch nicht Spruchreif, nicht zu Ende gedacht. Ein Urteil darüber wäre vorschnell. Drum kann er nur über die Worte richten, nicht über meine Gedanken.
Nur das weiß er noch nicht. Aber Pssst!

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Ein Gesicht – eine Geschichte

Jede Narbe, jede Falte,
erzählt von einem and’ren Tag,
mancher heiter, mancher traurig,
allein, mit vielen – für den Staat.

Der erste Schultag, die erste Liebe,
der erste Krieg, viel Leid und Tod.
Alles gegeben und dennoch verloren
viel’ kalte Nächte, viel Hunger und Not.

Der Aufschwung, der Frieden,
die Liebe sie siegt.
Ein Sohn wird geboren,
doch naht wieder Krieg.

Die Wunden sie schmerzen,
sind noch längst nicht verheilt.
Der Krieg ist gekommen,
hat beide ereilt.

Er kämpft diesmal härter,
im Kopf nur sein Kind.
Ein Schuss, eine Waffe,
sein Sohn fliegt als Asche,
weit weg durch den Wind.

Der Verlust er war schmerzlich
man sieht es ihm an.
Vor mir sitzt im Stuhle,
ein gebrochener Mann.

Sein Glück ging verloren,
sein Herz ist es auch,
und doch kämpft er weiter,
weil seine Frau ihn doch braucht.

via [http://www.flickr.com/photos/viamoi/3417420554/]